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    AUFGRUND DES PANDEMIEVERLAUFS UND DER DAMIT VERBUNDENEN MASSNAHMEN SIND FÜR JANUAR 2021 ALLE PHYSISCHEN TREFFEN UNSERER LOGE ABGESAGT.

     

    Betroffen sind alle freimaurerischen Tempelarbeiten und Festlichkeiten. Clubabende und Gästeabende mit Vorträgen werden online per Videokonferenzen durchgeführt. Ob die Veranstaltungen in den Folgemonaten stattfinden  können, ist sehr fraglich und kann derzeit noch nicht beurteilt werden

     

    Robert Gurk
    Meister vom Stuhl


Nach Freimaurern benannte Straßen in Nürnberg

von Norbert Beck+, Schwaig

Mitglieder einer Freimaurerloge, die das 100jährige Bestehen ihrer Loge feiern, haben natürlich auch eine starke Verbindung zu der Kommune, in der die Loge gegründet wurde und in der sie seither arbeiten. Wenn umgekehrt die Stadt Nürnberg vielen Straßen Namen bekannter Freimaurer gibt, dann ist eine Festschrift wie diese eine gute Gelegenheit, diese Straßen und die freimaurerischen Namensgeber näher vorzustellen.

Die nachfolgende Aufstellung von Bruder Norbert Beck erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch mag bei der jeweiligen Namensvergabe möglicherweise der Umstand, dass die Namensgeber auch Freimaurer waren, den Altvorderen im Stadtrat vielleicht gar nicht geläufig gewesen sein. Als Freimaurer aber wandelt man in dem Wissen ganz anders durch den Orient seiner Bauhütte.

Blücherstraße

Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstadt, genannt „Marschall Vorwärts“, preußischer Generalfeldmar­schall, geb. 1742 in Rostock, gest. 1819 in Krieblowitz, Eintritt 1782 Loge „Augusta zur gol­denen Krone“ Stargard (Pom.) 1802 bis 1806 Meister vom Stuhl Loge „Zu den drei Balken“ Münster/Wf., Ehrenmitglied vieler Logen. Eifriges Mitglied des Bundes; führte ihm auch seine Söhne zu.

Börnestraße

Ludwig Börne, Schriftsteller, Theaterkritiker, geb. 1786 in Frankfurt/Main, gest. 1837 in Paris. Börne wurde seiner politischen Schriften wegen angeklagt. Nach der Julirevolu­tion verlegte er seinen dauernden Wohnsitz nach Paris. Eintritt 1809 in die Loge „Zur aufgehenden Morgenröte“ in Frankfurt/Main.

Brehmstraße

Alfred Edmund Brehm, geb.1829 in Renthendorf b. Neustadt/Orla, gest. 1884 daselbst. Zoologe und Reiseschriftsteller, berühmt durch sein „Tierleben“. Eintritt 1861 in die Loge „Apollo“ Leipzig. Mitarbeiter der Freimaurerzeitung.

Comeniusstraße

Johann Amos Comenius, geb. 1592 in Nivnice (Ostmähren), gest. 1670 in Amsterdam. Er war zwar kein Freimaurer, stand aber in seinen Auffassungen der Freimaurerei sehr nahe. Der 300. Geburtstag (28.3.1892) wurde in den Logen der ganzen Welt gefeiert.

Dunantstraße

Henri Dunant, schweizerischer Philanthrop, geb.1828 in Gent, gest.1910 in Heiden. Er schilderte in seinem Buch „Un Souvenir de Solferino“ das Elend der Kriegsverwunde­ten, so kam es zur Genfer Konvention von 1864 und zur Gründung des „Roten Kreu­zes“, 1901 Friedensnobelpreis.

Fichtestraße

Johann Gottlieb Fichte, Philosoph, geb. 1762 in Rammenau (Lausitz), gest. 1814 in Berlin. 1794 Prof. in Jena, 1799 der Gottlosigkeit angeklagt und entlassen (Atheismus­streit). 1805 Prof. in Erlangen, 1810 erster Rektor der Universität Berlin. Am 6.11.1794 schloss er sich der Loge „Günther zum stehenden Löwen“ in Rudolstadt an. Nach sei­ner Übersiedlung nach Berlin trat er in die Loge „Royal York zur Freundschaft“ ein. Fichtes Ansichten über die Freimaurerei sind in den sechzehn Briefen „Die Philosophie der Freimaurerei“ enthalten.

Franklinstraße

Benjamin Franklin, nordamerikanischer Staatsmann, Schriftsteller und Physiker (Blitz­ableiter, Kondensator) geb.1706 in Boston, gest. 1790 in Philadelphia. Eintritt 1731 in die Loge „Zum heiligen Johannes von Jerusalem“ in Philadelphia, 1734 Meister vom Stuhl, 1734 Großmeister der Großloge v. Pennsylvania. Franklin war Vater der Verfassung der Vereinigten Staaten und deren Unabhängigkeit. Gründer der Gesell­schaft zur Aufhebung der Sklaverei. Verein zur Erleichterung des Elends in öffentlichen Gefängnissen. Aus seiner Druckerei ging die erste amerikanische Ausgabe des Ander­sonschen Konstitutionsbuchs hervor.

Freiligrathstraße

Ferdinand Freiligrath, Dichter, geb.1810 in Detmold, gest. 1876 in Cannstatt. Eintritt 1842 in die Loge „Zum wiedererbauten Tempel der brüderlichen Liebe“ in Worms. Später wegen seiner politischen Stellung gedeckt. Im Zuge der Zeit in die politische Strömung hineingerissen, schleuderte er rücksichtslos sein „Glaubensbekenntnis“ (1848) in die Welt und musste als „Umstürzler“ ins Ausland fliehen. 1848 Rückkehr nach Düsseldorf, musste wieder fliehen und kehrte 1866 endgültig nach Deutschland zurück.

Gneisenaustraße

August Neidhardt Graf von Gneisenau, preußischer General, geb.1760 in Schildau (bei Torgau), gest. 1831 in Posen. Sein Name gehört, in Verbindung mit Blücher, der Ge­schichte an, die ihn als Feldherrn der Befreiungskriege bezeichnet. Im Feldzug gegen Polen starb er an der Cholera. Eintritt 1788 in die Loge „Zu den drei Felsen“ in Schmiedeberg, später Ehrenmitglied dieser Loge.

Goethestraße

Johann Wolfgang von Goethe, geb.1749 in Frankfurt/Main, gest. 1832 in Weimar. Am Vorabend des Johannisfestes, dem 25. Juni 1780 wurde der damals 30 jährige Goethe in der Loge „Amalia“ in Weimar aufgenommen, aber nicht nach deren Ritual, sondern auf Wunsch des damaligen Meisters vom Stuhl nach dem Ritual der Großen Loge von Hamburg. Aus Anlass seiner 50jährigen Zugehörigkeit war ihm am 23. Juni durch eine Abordnung der Loge die Urkunde seiner Ernennung zum Ehrenmitglied überreicht worden. In Goethes Prosaschriften kommt freimaurerische Denkweise vielfach zum Ausdruck. Seine Werke spiegeln die reinste Humanität wider. Vor allem ist dies der Fall im Wilhelm Meister, sowohl in den „Lehrjahren“, worin sich der vortreffliche Lehrbrief befindet, den die Loge in St. Gallen in ihr Ritual aufgenommen hat, als auch in den „Wanderjahren“. Wie die „Zauberflöte“ nur aus freimaurerischem Gesichtspunkt recht verständlich wird, so gelangen die leitenden Anschauungen in beiden Teilen des Faust zu rechter Würdigung und vollem Verständnis aus demselben Standpunkt.

Hardenbergplatz, Hardenbergstraße

Karl August Fürst von Hardenberg, geb.1750 in Essenrode, gest. 1822 in Genua, wurde 1810 auf Wunsch der Königin Luise trotz des Einspruchs Napoleons erster preußischer Staatskanzler und Minister des Auswärtigen. Seine Aufnahme fand statt in der Loge „Friedrich zum weißen Pferd“ in Hannover, die er in den Jahren 1778 bis 1781 als Meister vom Stuhl leitete. Die „Große Loge von Preußen“, genannt „Royal York zur Freundschaft“ in Berlin ehrte ihn durch die feierliche Aufstellung seines Bildes. Bei dem Festakt war auch der Generalfeldmarschall Blücher zugegen.

Haydnstraße

Franz Joseph Haydn, Komponist, geb.1732 in Rohrau (Niederösterreich), gest. 1809 in Wien. Eintritt 1785 in die Loge „zur wahren Eintracht“ in Wien, in der auch Wolfgang Amadeus Mozart Mitglied war. Haydn war der Sohn eines Schmiedemeisters, wurde 1740 Chorknabe und bildete sich im Wesentlichen selbst, war von 1761 bis 1790 Kapell­meister des Fürsten Esterhazy, zuerst in Eisenstadt, dann auf Schloss Esterhazy. 1791/1792 und 1794/1795 wurde er in London begeistert gefeiert. Darauf erhielt er auch in Wien volle Anerkennung und übernahm 1795 wieder die Leitung der hier neugegründeten Esterhazyschen Kapelle.

Herderstraße

Johann Gottfried von Herder, geb .1744 in Mohrungen (Ostpreußen), gest. 1803 in Wei­mar. 1771 Hofprediger in Bückeburg, 1776 Generalsuperintendent in Weimar. Eintritt 1766 in die Loge „Zum Schwert“ in Riga, dessen Sekretär und späterer Redner er wur­de. Herder war einer unserer bedeutendsten Denker, ein Humanitätsphilosoph ersten Ranges, ausgezeichnet auf mehr als einem Gebiet der literarischen und dichterischen Tätigkeit. Von Weimar aus verband ihn eine enge Freundschaft mit Friedrich Ludwig Schröder, dessen Reformbestrebungen er höchstes Interesse entgegenbrachte. Auch mit Lessing und Bode blieb er in ständigem Gedankenaustausch. Auf seinem Grabstein in der Stadtkirche zu Weimar steht die für sein Leben und Wirken so bezeichnende In­schrift „Licht, Liebe, Leben“.

Hufelandstraße

Christoph Wilhelm Hufeland, geb.1762 in Langensalza, gest. 1836 in Berlin, Arzt und Eklektiker der medizinischen Wissenschaft, Professor in Jena, Professor der Medizin an der Berliner Universität, behandelte u.a. Wieland, Herder, Goethe und Schiller. Eintritt am 4.6.1783 in die Loge „Augusta zu den drei Flammen“ in Göttingen. Freund und Weggefährte Friedrich Ludwig Schröders.

Humboldtplatz, Humboldtstraße

Alexander Freiherr von Humboldt, geb.1769 in Berlin, gest. 1859 daselbst. Naturfor­scher, mit Goethe und Schiller befreundet. 1790 Reise durch Westeuropa, 1799 bis 1804 die berühmt gewordene Reise nach Amerika, sie führte über Teneriffa nach Ve­nezuela, Kolumbien, Ecuador (Besteigung des Chimborasso bis 5760 m) und Mexiko. 1829 bereiste er den Ural und Altai, die chinesische Dsungarei und das Kaspische Meer. Seine Mitgliedschaft im Bunde steht nicht zweifelfrei fest, wird aber von diversen Quellen behauptet.

Jennerstraße

Edward Jenner, engl. Landarzt, geb.1749 in Berkeley, gest. 1823 daselbst, untersuchte die Schutzwirkung der Kuhpocken beim Menschen und führte 1796 die erste Impfung durch. Mitglied der Loge „Faith and Friendship“ in Berkeley.

Klopstockstraße

Friedrich Gottlieb Klopstock, deutscher Dichter, geb.1724 in Quedlinburg, gest. 1803 in Hamburg. 1745 Beginn des Studiums der Theologie in Jena, wo er seinen „Messias“ be­gann. Nach einem Jahr ging er nach Leipzig, dann als Hauslehrer nach Langensalza und 1750 nach Zürich. Durch Vermittlung des Grafen Bernstorff, der den „Messias“-Dich­ter schätzte, wurde er als Legationsrat nach Kopenhagen berufen. 1770 verließ er Ko­penhagen und siedelte nach Hamburg über, wo er 1773 seinen „Messias“ vollendete, der Klopstocks Ruhm begründete. Klopstock war Mitglied der Loge „Zu den drei Rosen“ in Hamburg.

Lessingstraße

Gotthold Ephraim Lessing, geb. 1729 in Kamenz (Lausitz), gest. 1781 in Braunschweig. Eintritt 1771 in die Loge „Zu den drei Rosen“ in Hamburg. Nach dem Besuche der Für­stenschule St. Afra in Meißen ging der 17jährige Lessing nach Leipzig, um Theologie zu studieren, wechselte später zur Medizin und danach zur Philosophie und Literatur. 1750 in Berlin, Bekanntschaft mit Voltaire. Mitarbeiter bei der „Vossischen Zei­tung“ für gelehrte Artikel. 1770 nahm Lessing eine Berufung als Bibliothekar in Wolfenbüttel an, er war somit Beamter (Hofrat) des Herzogs von Braunschweig.

Leuschnerstraße

Wilhelm Leuschner, geb. 1890 in Bayreuth, gest. 1944 in Berlin, Holzbildhauer, Gewerk­schafter und Sozialdemokrat. 1928 bis 1932 Innenminister in Hessen, dann Vorstands­mitglied der Freien Gewerkschaften. 1933/34 im Konzentrationslager. Führte den sozia­listischen Flügel der Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus. Nach dem Attentat auf Hitler vom 20.7.1944 wurde er hingerichtet. Eintritt am 7.2.1923 in die Loge „Johannes der Evangelist zur Eintracht“ Darmstadt.

Lortzingstraße

Gustav Albert Lortzing, Opernkomponist, geb. 1801 in Berlin, gest.1851 daselbst. Ein­tritt 1826 in die Loge „Zur Beständigkeit und Eintracht“ in Aachen. Lortzing war von 1819 ab an den Theatern in Düsseldorf, Aachen, Köln und Detmold tätig und wurde 1833 an das Stadttheater in Leipzig berufen, wo er später als Kapellmeister wirkte. Ging in gleicher Eigenschaft nach Wien und 1850 nach Berlin. Musikalisch ein unge­mein fruchtbares Talent, wandte Lortzing sich mit großem Erfolg der komischen Oper zu. Seine bekanntesten Opern sind „Zar und Zimmermann“, „Der Wildschütz“, „Der Waffenschmied“ und „Undine“. Lortzing war auch Schauspieler und Sänger, er sang je nach Bedarf Tenor, Bariton und Bass, falls nötig spielte er auch im Orchester Cello. In Osnabruck war Lortzing Mitglied der Loge „Zum goldenen Rade“. Er komponierte für sie mehrere Lieder, die im Archiv der Loge noch verwahrt werden. 1841 komponierte er zum 100 jährigen Bestehen der Loge „Minerva zu den drei Palmen“ in Leipzig eine Jubelkantate.

Mesmerstraße

Franz Anton Mesmer, geb.1734, gest.1815, Arzt, entwickelte die Lehre vom tieri­schen Magnetismus und das darauf begründete Heilverfahren (Mesmerismus). Eintritt wahrscheinlich 14.12.1784 in die Loge „Zur Wohltätigkeit“ Wien. Später Mitglied ei­niger freimaurerähnlicher Organisationen.

Meyerbeerstraße

Giacomo Meyerbeer, eigentlich Jakob Liebmann Beer, Komponist, geb.1791 in Berlin, gest. 1864 in Paris, ging 1816 nach Italien und ließ sich 1826 in Paris nieder, seit 1842 Generalmusikdirektor der Berliner Oper. Meyerbeer ist ein Hauptvertreter der französi­schen großen Oper. Seine Werke, deren Texte meist von Scribe stammen, zeigen einen prunkvollen, auf äußere Wirkungen ausgehenden Stil, aber auch starke lyrische Einge­bungen. „Robert der Teufel“, „Die Hugenotten“, „Die Afrikanerin“, „Der Prophet“. Meyerbeer war Mitglied der Pariser Loge „Les Frères Unis Inséparables“.

Mozartstraße

Wolfgang Amadeus Mozart, geb. 1756 in Salzburg, gest. 1791 in Wien. Sein Name steht in der ersten Reihe der wenigen musikalischen Genies aller Zeiten. Er wurde im Herbst 1784 Mitglied der Loge „Zur Wohltätigkeit“, die später in die Bauhütte „Zur neu ge­krönten Hoffnung“ in Wien übergeführt wurde. Wahrscheinlich ist die Aufnahme durch seinen Freund Freiherrn Otto von Gemmingen, veranlasst worden. Mozart beeinflusste auch seinen Vater Leopold, Vizekapellmeister der erzbischöflichen Kapelle in Salzburg, dem Bunde beizutreten. Auf Mozarts Gedankenwelt hat die Freimaurerei einen tiefge­henden Einfluss ausgeübt. In sein musikalisches Schaffen floss maurerisches Empfin­dungsgut ein. Die Oper „Die Zauberflöte“ ist das „Hohe Lied“ der Freimaurerei ge­worden. Seine freimaurerischen Kompositionen sind gesammelt unter dem Titel „Kompositionen für Freimaurer von W. A. Mozart“.

Ossietzkystraße

Carl von Ossietzky, geb.1889 in Hamburg, gest. 1938 in Berlin. Journalist und linkslibe­raler Pazifist, Herausgeber der Wochenschrift „Die Weltbühne“. Er erhielt 1935 wäh­rend der KZ-Haft den Friedensnobelpreis. Die Folgen der langjährigen KZ-Haft führten zu seinem frühen Tode. Eintritt 1919 in die Loge „Menschen“, Hamburg, später Mitglied der Loge „Zur Morgenröte“ Berlin.

Pestalozzistraße

Johann Heinrich Pestalozzi, geb.1746 in Zürich, gest. 1827 in Brugg. Begründer der modernen Pädagogik. Pestalozzi war nicht Mitglied einer Loge, doch stand er der Frei­maurerei sehr nahe. Er war Mitglied des Illuminatenordens.

Rückertstraße

Friedrich Rückert, lyrischer Dichter, geb.1788 in Schweinfurt, gest. 1866 in Neuseß bei Coburg. Eintritt 1810 in die Loge „Karl zum Rautenkranz“ in Hildburghausen. Rückert beschäftigte sich mit philosophischen und belletristischen Studien, wurde 1811 Dozent in Jena, übernahm 1816 die Leitung des „Cottaschen Morgenblatts“ in Stuttgart und stand in dieser Zeit mit Jean Paul, Fouque, Schwab und Uhland in einem engen Gedan­kenaustausch. 1826 wurde er als Professor der orientalischen Sprachen nach Erlangen, 1841 von König Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin berufen.

Scharnhorststraße

Gerhard Johann David von Scharnhorst, preußischer General, geb.1755 in Bordenau (Hannover), gest.1813 in Prag. 1801 in preußischen Diensten Kampfgefährte Blüchers, seit 1810 Chef des Generalstabes, Reorganisator des preußischen Heeres, schuf das Volksheer, allgemeine Wehrpflicht. Eintritt 1779 in die Loge „Zum goldenen Zirkel“ in Göttingen, ab 1801 Mitglied der Loge „Zum goldenen Schiff“ in Berlin.

Schenkendorfstraße

Max von Schenkendorf, geb. 1783 in Tilsit, gest. 1817 in Koblenz, Freiheitskämpfer von 1813, erhielt nach dem Frieden Anstellung als Regierungsrat in Koblenz, begeisterte durch seine vaterländisch-frommen Lieder („Freiheit die ich meine“ u.a.) Eintritt in die Feldloge „Friedrich zur Vaterlandsliebe“ und später Mitglied in Koblenz.

Schillerplatz, Schillerstraße

Friedrich Schiller, Dichter, geb. 1759 in Marbach, gest. 1805 in Weimar. Obgleich frei­maurerische Schriftsteller wie Kekule von Stradonitz (1921 im „Herold“) und auch Ludwig Keller es für wahrscheinlich halten, dass Schiller einer Loge in Jena angehört habe, liegen aus Schillers Feder keine Beweise vor. Aus der Korrespondenz mit vielen seiner engsten Freunde, die Freimaurer waren, hat er über die Idee des Bundes Briefe gewechselt. Zu ihnen gehörte Gottfried Christian Körner (Vater des Freiheitsdichters Theodor Körner) Meister vom Stuhl der Loge „Zu den drei Schwertern“ Dresden. Zahlreiche Anklänge an freimaurerische Gedanken finden sich in seinen Werken (Don Carlos, Ode an die Freude).

Schulze-Delitzsch-Weg

Hermann Schulze-Delitzsch, geb. 1808 in Delitzsch, gest. 1883 in Potsdam. Deutscher Sozialpolitiker und Begründer des Genossenschaftswesens. Mitglied des Abgeordneten­hauses und des Deutschen Reichstags. Mitglied der Loge „Zur Beständigkeit“ in Berlin.

Sibeliusstraße

Jean Sibelius, geb.1865 in Tavastehus, gest. 1957 in Järvenpää bei Helsinki, finnischer Komponist, der auch freimaurerische Ritualmusik geschrieben hat. Eintritt 18.8.1922 in Helsinki, am selben Tag Mitbegründer der „Suomi Loge Nr. l“.

Spohrstraße

Ludwig Spohr, Komponist und Violinvirtuose, geb.1784 in Braunschweig, gest. 1859 in Kassel. Herzoglicher Konzertmeister in Gotha, dann Hofkapellmeister in Kassel. Eintritt 1807 in die Loge „Ernst zum Kompass“ in Gotha. Werke waren Opern, Kammermusik, Sinfonien, Violinkonzerte.

Steubenbrücke

Friedrich Wilhelm Freiherr von Steuben, Generalinspekteur des amerikanischen Heeres, geb.1730 in Magdeburg, gest. 1794 in Oneida/ USA. War preußischer General, Flügel­adjutant Friedrich des Großen im Siebenjährigen Krieg. Er ging 1778 nach Amerika, orga­nisierte das amerikanische Heer und war Generalstabschef Washingtons. Eintritt wahr­scheinlich in die Militärloge „Zum flammenden Stern“ in Berlin, später Mitglied der „Trinity Loge Nr. 12“ in New York.

Stresemannplatz
Gustav Stresemann, geb. 1878 in Berlin, gest. 1929 daselbst, Reichskanzler und deut­scher Außenminister nach dem 1. Weltkrieg. Führer der deutschen Volkspartei, trat für Verständigung mit Frankreich ein. 1926 Verleihung des Friedensnobelpreises. Am 22.6.1923 verzeichnet Stresemann in seinem Notizkalender: Aufnahme in die Loge „Friedrich der Große“, anschließend Tafelloge unter Beteiligung von über dreihundert Brüdern.

Tucholskystraße

Kurt Tucholsky, Schriftsteller, geb.1890 in Berlin, gest.1935 in Hindas (Schweden) Decknamen: Theobald Tiger, Ignaz Wrobel, Peter Panter, Kaspar Hauser. Er lebte seit 1924 in Paris, ab 1929 in Schweden, gab mit S. Jacobsohn, dann zusammen mit Carl von Ossietzky die „Schaubühne“ (später Weltbühne) heraus. Satiriker und Zeitkritiker von großer Treffsicherheit und beißender Ironie. Er war auch ein fein humoristischer Er­zähler (Schloss Gripsholm) und Lyriker.

Voßstraße

Johann Heinrich Voß, Dichter, geb.1751 in Sommersdorf bei Waren, gest. 1826 in Hei­delberg; als Professor und Hofrat in Heidelberg. Voß’ bleibende Bedeutung für die Lite­ratur liegt in seinen vorzüglichen Übersetzungen, z.B. Homers „Ilias“ und „Odyssee“. Eintritt 6.6.1774 in die Loge „Zu den drei Rosen“ in Hamburg.

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