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    Robert Gurk
    Meister vom Stuhl

Mag wehn der Sturm – 70

Melodie: Br:. Alfred Melchers
Text: Br:. F. M. Hessemer

Anmerkung: Dieses Lied dürfte im FZAS nicht oft gesunden worden sein: Die Melodie ist einfach nur schrecklich. Ich musste mich immer wieder vergewissern, die Noten nicht falsch eingegeben zu haben. Ferner: die Verse zwei bis fünf sind um eine Doppelreimzeile länger als der erste, folglich fehlt ein Stück Melodie dafür. Der Vollständigkeit halber stellen wir das Lied trotzdem ein.

Mag wehn der Sturm, der Donner rollen,
wir wissen was wir wollen!
Wir wollen Jeden anerkennen,
der frei sich regt in seiner Kraft;
wir wollen jeden Meister nennen,
der nur beweist die Meisterschaft;
wir wollen keinen Preis verhöhnen,
den wahre Tugend je gewann;
wir wollen aber Keinem frönen,
der sich nur eitel brüsten kann.

Mag wehn der Sturm, der Donner rollen,
wir wissen was wir wollen!
Wir wollen jede Meinung ehren,
die nicht verschwistert ist dem Staub;
wir wollen nicht die Welt bekehren
durch falsche Waffen, List und Raub!
wir wollen den willkommen heißen,
der Wahrheit liebt und Forschbegier,
und wollen ihn in seinen Kreisen
nicht zwingen, dass er lebt wie wir.
Nicht Groll erdulden, keinem grollen!
Wir wissen was wir wollen!

Mag wehn der Sturm, der Donner rollen,
wir wissen was wir wollen!
Wir wollen nicht an Krücken hinken,
wo stark wir sind zum freien Flug;
wir wollen aus der Quelle trinken,
nicht aus dem alten, faulen Krug;
wir wollen heilig nicht betiteln,
was nur unheilig uns umspann,
und wollen es uns selbst vermitteln,
was doch kein Zwischenträger kann.
Der Ruf zur Wahrheit ist erschollen,
wir wissen was wir wollen!

Mag wehn der Sturm, der Donner rollen,
wir wissen was wir wollen!
Wir wollen nicht im Trüben fischen
und nicht gefischt im Trüben sein;
wir wollen uns das Herz erfrischen
durch lautrer Freude lautern Wein;
wir lassen nicht die Köpfe hängen,
zerknirscht im jammernden Gestöhn,
wir wollen fröhlich in Gesängen
den Mut erweitern und erhöhn.
Den Dank der edlen Freude zollen!
Wir wissen was wir wollen!

Mag wehn der Sturm, der Donner rollen,
wir wissen was wir wollen!
Wir wollen fest am Boden halten,
nicht lüstern in die Wolken schaun;
wir wollen unsern Wert entfalten
im freien Geist und Selbstvertraun;
wir wollen stehn vereint und einig
mit jedem der da strebt und schafft,
und wollen einzig und alleine
uns selbst vertraun und unsrer Kraft!
Mag wehn der Sturm, der Donner rollen,
wir wissen was wir wollen!

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