Wir sind im tiefsten Herzen alle einsam

Wir sind im tiefsten Herzen alle einsam, weil wir nicht wissen, was gemeinsam heißt, weil wir nicht glauben wollen, dass in allen Menschen dieselbe Sehnsucht lebt, derselbe Geist. Wir sind im tiefsten Herzen alle einsam, weil wir den andern hassen, der uns liebt, weil wir nicht wollen, dass es unter Menschen den ewigen Frieden, ewige Freude gibt. Wir sind im tiefsten Herzen alle einsam, weil jeder nur sein eig’nes Legen kennt, weil wir es wissend nicht verstehen lernen, dass nichts den Menschen von dem Menschen trennt. Wir sind im tiefsten Herzen alle einsam, trotz unserer Sehnsucht, unserer Lebensnot bekämpfen wir…

weiterlesen

Rechts wie links vom Rhein

Siehst in Europas Mitte Die beiden Länder Du? Ein stolzer Strom dazwischen Wälzt sich dem Meere zu. Der Efeu deckt Ruinen Schließt er auch Wunden? Nein! Soll zwischen Nachbarvölkern Auf ewig Feindschaft sein? Weshalb einander quälen? Warum nicht sich vertraun Und über’n Strom, den grünen Der Freundschaft Brücken bau’n? Ein Narr ist und Verbrecher Wer noch vom Kriege spricht! Das Volk der Arbeitsstuben Fühlt, dass der Frieden Pflicht! Lasst uns der Krieg begraben, So rechts wie links vom Rhein! Wir dürfen uns nicht hassen! Wir müssen Brüder sein! Br∴ Alfred Rehtz, Hamburg

weiterlesen

Europa Hymne

Schließt den Bund der Vaterländer, Gebt Europa Ziel und Sinn! Knüpft der Freundschaft feste Bänder Über alle Grenzen hin! Schwestern, Brüder aller Zungen, Sprecht hinfort in einem Geist! Jedes Werk ist wohl gelungen, Wo sich Einigkeit erweist! Schließt den Bund der Menschenherzen Wider die Vergangenheit! Allen Irrtum, alle Schmerzen, Alle Wunden heilt die Zeit! Wenn wir uns die Hände reichen Treu zu wahrem Menschentum, Werden alle Schatten weichen Zu Europas höh’rem Ruhm! Schließt den Bund der Menschenwürde, Die man oft mit Füßen trat! Jeder trag’ des andern Bürde, Sei des andern Kamerad! Hand in Hand lasst uns nun gehen Und…

weiterlesen

Wehen des Geistes

Der Große Geist ist transzendent, lässt sich nicht einfach Normen und ist zugleich doch immanent in allen Daseinsformen. Der Inhaltsreichtum der Kultur erhabner Glaubenslehren sind letztlich doch Versuche nur, den Großen Geist zu ehren. Das Göttliche sich offenbart als edles Menschentum. Wer sich ein fühlend Herz bewahrt, wird gute Werke tun. Er wird auf seiner Lebensbahn das Böse meiden müssen; was man ihm Übles angetan auch zu verzeihen wissen. Der Gott im Menschen zu uns spricht: „Ihr seid doch alle Brüder! Schau deinem Nächsten ins Gesicht, dort findest du mich wieder.“ Br∴ Emil Büker

weiterlesen

Das Wort

Sprich nie ein liebeloses Wort, denn es ist nicht ein leerer Schall. Du sendest es zwar von dir fort, doch bleibt es bei dir überall. Es geht mit dir, wohin du gehst, begleitet dich auf Schritt und Tritt, und ob du es auch nicht verstehst, es nimmt sogar noch andre mit. So wächst die liebelose Schar, die nichts als Böses von dir spricht, und was zuerst ein Wort nur war, das wird zum Spruch einst im Gericht. Karl May

weiterlesen

Gruß aus dem Jenseits

Schau ich aus transzendenten Sphären Mal auf das Erdenreich herab Und seh‘ wie Maurer sich gebärden, stieg ich am liebsten aus dem Grab. Gar mancher, der den Lorbeerkranz Posthum mir auf mein Grab gelegt, Lässt fehlen es an Toleranz, Die einst mein Dichterherz bewegt. Warum geh‘n Maurer, wenn sie Christen, Die sich der Toleranz geweiht, Auf Feinddistanz zu Humanisten, Die man des Atheismus zeiht? Wenn man den „Großen Orient“, Dem ich in Frankreich angehört, Abwertend atheistisch nennt, Bin ich darüber sehr empört. Ich selbst war Jude und auch Christ Und hab den Großen Geist verehrt, Und war zugleich auch Atheist,…

weiterlesen

Geisteskampf

Nimm eine Meinung, gleich, wer sie ersann, Erstmal als richtig und beachtlich an, Dann überdenk‘ sie kühl und mit Bedachtsamkeit; Vergleiche, wäge, messe jede Einzelheit! Hält solcher strengen Prüfung fest sie stand, Dann sei von Dir sie selber froh bekannt; Doch scheint von Spiegelfechterei Auch nur ein Fünklein mit dabei, So nimm mit Red‘ und Gegenrede Furchtlos und tapfer auf die Fehde, Und kämpfe mutig und verwegen Mit Deinen Gründen erst dagegen, Vielleicht, dass dann ein Drittes aus dem Streit Als sich’re Wahrheit sich befreit! Br∴ Paul Otto Ruppert – Leipzig

weiterlesen

Säulen

Wo andre Mauern längst vergingen, Tragen Säulen noch der Tempel Reste; Sinnbildern gleich, die Hoffnung bringen. „Baut auf! Baut auf!“ mahnt uns die Geste. So sei auch des Maurers Sinnen, So sei des Bruders ganzes Trachten: Wollt – Säulen gleich – die Kraft aufbringen, Und bauen, Brüder, das wehrt Völkerschlachten. Br∴ Kurt O. Wörl, 2007

weiterlesen

Geistesfreiheit

Der Geist ist frei! Und alle guten Mächte Im hehren Bündnis wirken auf ein Ziel: Dass Mensch nicht mehr den Menschen schmachvoll knechte, Wie’s Willkür einst und frommem Wahn gefiel. Wir fordern laut der Menschheit heil’ge Rechte – Und fehlt an der Erfüllung auch noch viel: Vertraut dem Geist, der frei beherrscht das Leben, Er wird ihm neuen Inhalt, neue Formen geben. Br∴ Karl Frohme – Hamburg

weiterlesen

Schurzloser Maurer

Masonische Gedanken als Hommage an den FZAS und unserer Loge „Zur Wahrheit“ Ein schurzloser Maurer, das bin ich, Trug nie den zylindrischen Hut. Die Glut im Herzen bewegt mich, Das Äuß‘re bleib‘ and’rer Leut‘ Gut! Auch halt’ ich nur wenig vom Pathos! Ethos! Dich werte ich hoch! Sind Brüder auch manches Mal ratlos; Sind‘s Maurer – sie ertragen es doch! Der Weltengeist nur soll mich lenken, Der mehr meint, als rechtwinklig geh’n. Das Winkelmaß in meinem Denken Soll dennoch mir niemals vergeh’n. Und ruft einst der ewig‘ Orient mich, Ohn‘ Schurz, wie zur Lebzeit geseh’n, So werd’ ich gewiss, das…

weiterlesen